Also Leute, stellt euch das mal vor: Ich bin völlig unbekümmert an einem Montag, genau gesagt zu Sylvester, am 31. Dezember 2018, also quasi als Vorjahresmodell wenn ich mich aus dem Jahr 2019 betrachte, auf die Welt gekommen.
Neben mir gab es noch weitere sieben Geschwister. Das erste Glück in meinem Leben hatte ich, weil ich mitten in der grünen Steiermark auf dieser Welt gelandet bin. Nach einer Zeit der Eingewöhnung auf dieser Erde sind dann immer wieder so Menschen vorbeigekommen und haben meine Geschwister der Reihe nach entführt. Mich wollte anfangs niemand haben.
Eines Tages standen wieder drei Leute in der Tür. Sie blieben auch länger, aßen Kuchen, tranken Kaffee. Aber das kannte ich schon, anschauen, hochheben, niederstellen, kuscheln und das wird's schon wieder gewesen sein. Aber nein, dieses Mal sollte es anders kommen.
Eine Woche später... Diese Drei von der vorigen Woche waren schon wieder da, eigentlich waren sie schon zu Viert. Die Vierte war offensichtlich eine Freundin von Celina. Und jetzt waren sie auch noch bewaffnet mit Brustgeschirr und Leine. Oh Gott, dachte ich, jetzt werde ich entführt. Erst ging es mal auf die Wiese, dann machten wir einen Spaziergang durch den Wald. "Wieso sollte ich von dort weg, ist doch voll cool hier" dachte ich. Auch der eine, etwas Gewichtigere schwärmte von dieser Gegend. Das ist ein Paradies hat er gesagt und wie toll es ist hier zu wohnen. Also ein Typischer aus der Stadt, Ahnung hatte er eher weniger, aber er war durchaus nett; die übrigen waren auch sehr freundlich.
Plötzlich, also richtig ohne Vorwarnung, wurde mir nach dem Spazieren gehen eine Art Brustgeschirr angelegt. Die drei coolen Städter wurden richtig nervös. Was soll das, fragte ich mich? Mit mir geht es jetzt zu Ende. Maaaaammmmaaaaaa?
Und es kam, wie ich es geahnt habe. Schwupdiewup war ich im Auto verfrachtet, an eine Leine angehängt und, flankiert von zwei Teenies, die wie Bodyguards neben mir saßen, gesichert. Wir machten uns dann zu fünft auf den Weg nach Wien, wo immer dieser Ort auch liegen mag.
Meine erste Autofahrt mit der neuen Familie endete kurzfristig in der Nähe des Semmerings bei einer Autobahnraststätte. Nein, das war nicht so meins. Da waren zu viele Autos, viel Lärm und Gestank. Gott sei Dank ging es bald weiter Richtung Wien.
Wien, ja da waren wir jetzt also nach einer langweiligen Fahrt, aber gesichert war ich und schlecht ist mir auch nicht geworden. Bei einem komischen Haus sind wir stehen geblieben: MC Donald. Was ist das denn, da gibt es nur fertiges Futter, nix frisch und gesund. Pfuii, das esse ich nicht. Und dieser Lärm von den vielen, stinkenden Autos. Das gibt's ja gar nicht. Das soll mein neues zuhause werden? Na servas, in der Steiermark war es viel schöner.
Wenige Augenblicke später waren wir dann dort angekommen, wo diese Drei wirklich wohnen, in einer Wohnsiedlung, einer ruhigen, sogar autofreien. Na ja, das war jetzt ein wenig besser, aber mein altes Zuhause fand ich trotzdem schöner.
Eine megatolle Hundecouch wartete auf mich im Wohnzimmer, die ist echt toll und gehört nur miiiiiir! Wahnsinn, wenn es mit Geschenken so weiter geht, bleibe ich vielleicht wirklich länger ...
