Ich berichtete auf der Seite "auf nach Wien", dass ich an einem Samstag, am 16. März 2019 mein altes Zuhause in der Steiermark verlassen und habe mich auf den Weg nach Wien gemacht habe. Meine neue Familie ist voll nett und hat mich gleich mit dem Auto abgeholt.
Ich wohne jetzt in einer ruhigen Wohnsiedlung, in der Anlage gibt es keine Autos. Aber diese Katzen sind echt in der Überzahl. Nichts gegen Katzen, aber die sind alle so scheu und rennen gleich vor mir davon...
Meine neue Familie besteht aus drei Menschen: da wäre mal die Jüngste, Celina sagen alle zu ihr. Die scheint die Netteste zu sein und sie spielt mit mir. Dann gibt es Susanne. Susanne ist die Mama von Celina und sie schaut wohl auf Ordnung und Sauberkeit. Jedenfalls rennt sie ständig mit einem Staubsauger herum und wischt vor mir den Boden auf. Das finde ich Klasse, fast wie bei den Reichen. Ja und dann gibt es einen, den nennen sie Christian. Der tut immer so auf seriös und er will ständig mit mir Gassi gehen. Paaah, das ist echt langweilig. Eine Runde müssen wir schon gehn sagt Christian immer. Was ist bitte mit spielen, relaxen und chillen, ha? Schon was davon gehört?
Also in den ersten Tagen gehe ich mit den drei oder oft mit zwei Menschen Gassi. Die Gegend ist jetzt nicht so die Welt, aber na ja, es geht. Die Wiesen, oder was man dazu sagen könnte, sind für Hunde da oder für Katzen. Katzen sehe ich aber nicht, wenn ich herumgehe. Ist eh logisch, weil ich bin ja soooo stark.
Nach einer Woche habe ich mich mehr oder weniger eingewöhnt. Was soll ich auch anderes machen? Gefragt wurde ich jedenfalls nicht, ob ich woanders wohnen möchte. Ich habe auf jeden Fall - verglichen mit meinem alten Zuhause - volles Programm und das täglich. Ich begegne täglich vielen Autos, LKWs, Straßenbahnen, ur viele Menschen mit und ohne Hunde und sogar eine U-Bahn habe ich fast vor meiner Haustüre. Ja bitte, das ist echt toll und des brauch i net wirkli. Zum U-Bahn fahren muss ich jetzt noch lernen, die Schnauze hinter Gitter zu stecken. Wem fällt so etwas ein? Ich brauche Freiheit, ich MUSS schnüffeln und mir die Lefzen putzen, ohne Hindernisse. Und angestellt habe ich auch noch nix, dass man mich hinter Gitter steckt. Jedenfalls sei gesagt und ich warne alle Hunde, die nach mir auf Welt kommen, vor: Überlegt euch das mit dem Übersiedeln in die Stadt, vielleicht ist zuhause etwas weniger dann doch mehr...
Es ist aber nicht alles so schlimm, wie man glauben möchte. Die Menschen um mich herum (also meine neue Familie) bedienen mich wie einen König. Das macht mir einen Riesenspass; aber die Drei brauchen jetzt nicht glauben, dass ich immer das tue, was sie wollen, auch wenn sie mich mit Hunderten von Leckerlis vollstopfen. Immerhin habe ich auch meinen Stolz und ich will halt immer seeeehr höflich gebeten werden.
"mein Leben in meiner neuen Familie"
Leute,
ich muss euch das erzählen, weil es beschäftigt mich durchwegs jeden Tag.
Ich bin jetzt über drei Wochen in Wien und habe schon so mehr oder minder meine nächste Umgebung und auch schon ein wenig mehr kennengelernt. Mein Tag besteht aus verschiedenen Tätigkeiten. Am Häufigsten schlafe oder relaxe ich. Zwischendurch gehe ich hinaus und mache mein kleines und auch mein großes Geschäft. Meist tue ich das beim Gassi gehen, so sagt man, wenn man mit Menschen an der Leine außerhalb der Wohnung herumgeht. Das war nicht immer so. Anfangs habe ich ein wenig in die Wohnung geludelt... Das war ur witzig, weil das weibliche Menschenwesen ist immer mit so einem Ding herumgewedelt und hat den Boden trocken gerieben. Wie bereits gesagt, ludele ich jetzt nur mehr draußen.
Wenn ich nicht gerade relaxe oder Gassi gehe, fresse ich dreimal am Tag so eine pürierte Fleisch mit Gemüse-Mischung, die andere Zeit spiele ich mit meinen Menschen. Hin und wieder versuche ich den Menschen etwas beizubringen. Da wären z.B. "Platz", d.h. mit allen vier Pfoten am Boden liegen, "Bleib", d.h. ich bleibe sitzen oder liegen und die Menschen müssen sich von mir entfernen. Wenn sie das gut machen, loben sie mich. Neuerdings muss ich meine Pfote hergeben. Wozu das gut sein soll, weiß ich nicht, aber es ist lustig. Vor allem aber krieg ich immer Leckerlies wenn die Menschen die Übungen gut machen. Am liebsten habe ich getrocknete Rinderlunge als Leckerlie, aber ich nehme auch andere Köstlichkeiten.
Mein Menschenherrli hat mir jetzt noch Spielzeug bestellt für den Garten. Das kommt aber erst. Ich werde berichten.
Den ersten Hund in der Verwandschaft, "Tobi" habe ich schon kennengelernt. Anfangs war er ja ziemlich normal und ich habe auch versucht, ihn zum Spielen zu gewinnen. Das hat ihm auf einmal nicht gepasst und er ist, bitte stellt euch das vor, echt auf mich losgegangen. Und das bei seinem Alter! Unfassbar. Meine Menschen haben mir Gott sei Dank geholfen und mich rauf genommen. Nicht auszudenken, was mir passiert wäre, wenn Frauli und Herrli nicht da gewesen wären. Irgendwann lerne ich "Emma", eine Mischlingsdame, die bei Celina's Schwester wohnt und den "Oskar", einen Malteser, der beim Herrli-Bruder wohnt, kennen. Wahrscheinlich wird das erst passieren, wenn es ein bissi wärmer ist und wir uns draußen kennenlernen.
"meine neuen Spielsachen"
Heute am Samstag, 13. April 2019 habe ich eine Hundewippe und einen fünf Meter langen Tunnel bekommen. Der Tunnel war von Anfang an kein Problem für mich. Mit Leckerlies haben sie mich gelockt, die Menschen, war logisch. Aber ich war heute voll in meinem Element. Natürlich musste ich innen durchlaufen und das hatte ich gleich richtig erkannt.
Die Hundewippe ist gewöhnungsbedürftig, weil die wackelt ein wenig und kippt später vorne runter. Ja genau, sobald man in der Mitte angekommen war, fällt das Brett auf einmal hinunter und da musste ich schon aufpassen. Ich werde noch üben, aber es hat heute schon gut ausgesehen, finde ich halt.
"Futtersack holen"
Heute war Sonntag, 14. April 2019. Wir waren in der Nähe vom Cobenzl spazieren. Susi hat den Futterbeutel immer wieder weggeworfen und ich war so clever und habe ihn wieder geholt. Dafür habe ich natürlich eine Belohnung erhalten. Christian war auch mit, daher bin ich danach noch zwischen den Beiden hin- und hergelaufen. Das machen die Zwei schon ganz gut. "Diego: Hiiiiiier, Hiiiiiier" habens die ganze Zeit gerufen. Als wenn ich nicht wüsste, wo sie sind. Menschen sind manchmal echt komisch. Aber, ich gewöhne mich noch daran, ständig mit "Hiiiiier" gerufen zu werden, wobei ich doch jetzt Diego heiße.
Nach dem Cobenzl sind wir in die Stadlauer Hundezone. Heute war niemand dort, bis auf einen Raben; dem bin ich natürlich nachgelaufen. Natürlich hat sich Christian aufgeregt, weil ich bei "Diego, Hiiiiier" nicht gleich umgedreht habe. Hihi, ein bissi ärgern muss man die Menschen schon, und außerdem halten sie das aus...
"ich bin ein Techniker"
Leute,
hin und wieder, meistens am Vormittag unter der Woche, muss ich alleine bleiben. Keine Angst, ich fürchte mich nicht, ich bin ja ein Hund. Die meiste Zeit versuche ich mich zu entspannen, d.h. entweder schlafe ich oder tue so als ob. Ich habe ein "Erkundungsgen" in mir, das lässt mich bei meinen Erkundungsgängen in der Wohnung so richtig in die Gänge bringen. Ich liebe es etwas auszuprobieren. Letztens habe ich mir so einen Fußschalter für ein Kastenlicht näher angeschaut. Ich sage es auch, das war voll aus Kunststoff mit drinnen zwei Drähten. Keine Ahnung wozu diese Drähte gut sind, weil mein Frauchen hat damit gleich allen Strom in der Wohnung abgedreht. Sie hätte doch aufpassen können...
Meine erstes Brustgeschirr habe ich auf Festigkeit überprüft. Das Ding hat ja angeblich viel Geld gekostet, also muss es auch entsprechend stabil sein. Vorweg, für das Ding gibt es von mir keine 5 Sterne. Nach kurzer Zeit hat sich das Befestigungsband in zwei Teile zerlegt. Ja gut, ich habe es ausführlich mit meinen kleinen Zähnen bearbeitet, aber das sollte es doch aushalten. Meine Menschenfamilie ist gleich wieder losgefahren und hat ein neues, ein blaues Brustgeschirr beschafft. Ich finde das macht mich noch hübscher. Jetzt darf ich damit nicht mehr experimentieren, ich finde es schade.
Sehr beliebt habe mich auch bei meinem Herrli gemacht, als ich seinen kabellosen Kopfhörer untersucht habe. Das war ziemlich hart, das Ding. Freude hat er keine mit mir, zumindest hat er mich nicht gelobt deswegen. Der Bügel des Kopfhörers schaut auch so mitleidig drein. Na ja, jetzt haben's den weggeräumt und mir stattdessen einen alten Turnschuh geborgt.
... Fortsetzung folgt.
